Endlich wieder Weihnachten in Edinburgh! Wir hatten diese Reise so lange geplant, dass wir zwischendurch fast dachten, sie sei ein Mythos wie Nessie. Aber dann war der Tag plötzlich da, und wir rollten Richtung Hamburg zum Flughafen. Zur Sicherheit hatten wir eine Nacht im Radisson Blu eingeplant – nicht, weil wir so luxuriös sind, sondern weil wir Stress vermeiden wollten. Weihnachten beginnt schließlich im Kopf, nicht erst unterm Baum.
Den Koffer konnten wir am Vorabend einchecken, was uns das Gefühl gab, schon die halbe Reise geschafft zu haben. Am nächsten Morgen klingelte der Wecker allerdings zu einer Uhrzeit, die man sonst nur aus Notfällen oder schlechten Entscheidungen kennt. Unser Flug ging um 8.30 Uhr, und wir wollten die Sicherheitskontrollen möglichst ohne Marathon erleben. Hat natürlich nicht geklappt – aber immerhin standen wir in einer freundlichen Menge von Menschen. Nach der Kontrolle gab´s erstmal Kaffee und einen Crossaint, der so gehaltvoll war, dass es vermutlich als Handgepäck durchgegangen wäre.
Da es keinen Direktflug gab, mussten wir über Frankfurt. Der Anschluss war sportlich knapp geplant, aber unser Pilot aus Hamburg hatte offenbar Lust auf Bestzeiten und brachte uns 20 Minuten früher ans Gate. Gut so – denn in Frankfurt läuft man gefühlt einmal quer durch Hessen, bis man beim nächsten Flugzeug ankommt.
Beide Lufthansa-Flüge waren angenehm, ruhig und mit bestem Flugwetter. Die Sonne zeigte sich immer wieder, als wolle sie sagen: „Na gut, ich begleite euch ein Stück.“ Ein Fensterplatz lohnt sich eben immer, selbst wenn der Flug nur kurz ist. Über den Wolken hat die Welt einfach eine andere Stimmung.




In Edinburgh angekommen, wurden wir abgeholt und fuhren erstmal einkaufen. Schon auf dem Weg war klar: Weihnachten steht vor der Tür. Menschen mit Tüten, Lichter, geschäftiges Treiben – Edinburgh hat diese besondere Mischung aus Geschichte, Charme und leichtem Chaos, die sofort in den Bann zieht.
Die Stadt ist seit dem 15. Jahrhundert die Hauptstadt Schottlands und liegt in der Grafschaft Lothian an der Ostküste. Schon um 1093 wurde eine Burg erwähnt, vermutlich der Vorläufer des Edinburgh Castle. Und wenn man davor steht, glaubt man sofort, das hier seit Jahrhunderten Geschichten geboren werden.
Apropos Geschichten: Edinburgh ist voll davon. Legenden,Mythen, Geister – die Stadt hat mehr Spuk als ein ganzes Netflix-Programm. Auf den Touren durch die Altstadt erzählt man dir Dinge, bei denen es dir schaurig-schön den Rücken hinunterläuft. Und ja, man glaubt plötzlich an alles, was man hört.
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Die Altstadt von Edinburgh ist einer dieser Orte, an denen man schon nach den ersten Schritten das Gefühl hat, in ein anderes Jahrhundert zu stolpern. Und mittendrin liegt die Royal Mile – eine Straße, die eigentlich gar keine Straße ist, sondern eher ein Erlebnis in Pflastersteinform. Sie zieht sich wie ein roter Faden durch die Altstadt, voller Geschichten, Gerüche, Geräusche und kleiner Überraschungen, die man erst bemerkt, wenn man sich wirklich Zeit nimmt.





Wir starteten unseren Tag genau dort. Die Royal Mile ist nicht einfach nur „die Hauptstraße“, sie ist ein lebendiges Geschichtsbuch. Links ein Laden voller Tartan-Schals, rechts ein Pub, aus dem schon am Vormittag ein fröhliches Stimmengewirr dringt, und dazwischen immer wieder diese schmalen Gassen – die berühmten Closes. Manche wirken einladend, andere so, als würde man dort direkt in eine Geistergeschichte geraten. Edinburgh nimmt seine Mythen schließlich sehr ernst.
Je weiter man die Royal Mile entlangläuft, desto mehr hat man das Gefühl, dass die Stadt einem kleine Hinweise zusteckt: „Schau mal hier rein“, „Geh mal da lang“, „Vertrau mir, du wirst es nicht bereuen“. Und tatsächlich – hinter jeder Ecke wartet etwas Neues. Ein winziges Café, das nur drei Tische hat. Ein Laden, der aussieht wie die Schatzkammer eines Whisky‑Sammlers. Oder ein Straßenkünstler, der mit einer Mischung aus Dudelsack und Comedy das Publikum fest im Griff hat.
Was wir besonders mögen: Die Royal Mile hat diese Mischung aus Touristenmagnet und echtem Leben. Man sieht Menschen, die zum ersten Mal hier sind und staunend stehen bleiben, und gleichzeitig Einheimische, die mit einer Selbstverständlichkeit durch das Gewusel navigieren, als wäre das alles ganz normal. Vielleicht ist es das für sie. Für uns war es einfach nur herrlich.
Und obwohl wir das Castle an diesem Tag nur von außen bewundert haben – der große Moment kommt ja noch – war allein der Weg dorthin schon ein Erlebnis. Die Royal Mile führt einen wie ein natürlicher Wegweiser durch die Altstadt, und man merkt gar nicht, wie viel man unterwegs entdeckt, bis man plötzlich oben steht und die Aussicht genießt.
Zwischendurch gönnten wir uns eine Pause in einem der vielen Cafes. Ein warmes Getränk, und ein Blick auf die vorbeiziehenden Menschen – mehr braucht es manchmal nicht, um sich mitten im Winter vollkommen wohlzufühlen.
Die Royal Mile ist ein Ort, an dem man sich treiben lassen kann. Man muss nichts planen. Man läuft einfach los und findet automatisch etwas Spannendes: eine kleine Galerie, einen versteckten Innenhof, eine Aussicht, die plötzlich die ganze Stadt öffnet. Und immer wieder dieses Gefühl, dass Edinburgh ein bisschen magisch ist – nicht kitschig-magisch, sondern auf eine ruhige, selbstverständliche Art.
Und weil Edinburgh nicht nur historisch, sondern auch magisch ist, kommt man an Harry‑Potter natürlich nicht vorbei. Von geheimnisvollen Gassen bis zu den Orten, welche die Authorin inspiriert haben sollen – man entdeckt plötzlich überall kleine Zauberspuren. Man kann auch entsprechende Touren buchen.
